Collecting & Connoisseurship

Symbolism and Tribal Cosmology in Antique Caucasian Rugs, Part I


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    An International Rug Journal Published in English and German


'S' motifs in a Karachov, late 19th century

‘S’ motifs in a Karachov, late 19th century

Having bought my first Oriental rug while still a teenager and starting my company more than three decades ago at age 25, I have studied antique rugs as a collector, an art dealer and a lover of beauty. Over the years, Caucasian rugs have come to take a central place in my heart and my mind.

Ian Bennett, in his 1981 book “Oriental Rugs: Caucasian,” identified 85 subgroups in the Caucasian rug weaving, all sharing the symbolic motifs that the primarily female weavers wove into their designs. Over the next few issues, I will explain what various of these symbols may have conveyed to their makers.

I feel that I am in a unique position to do this, as over the past 30-odd years I’ve been privileged to have many conversations with elderly tribespeople who were the descendants of the weavers. I feel comfortable to present the interpretations that were shared by more than one person and concur with my own knowledge of the worldview of the tribes of the Caucasus and Persia.

The weavers of the Caucasus Mountains lived in extremely harsh conditions, whether they followed a nomadic or agrarian lifestyle. I believe that this great difficulty contributed to their deeply spiritual nature. They appreciated whatever provided sustenance and considered it sacred. One oft-repeated motif is “Running Water,” which conveys that water is a precious substance that sustains and nourishes life. Running water was also symbolic of the possibility of inner purification.

Caucasian Bordjalou Kazak Antique Rug

Running Water“ motif on a Bordjalou, circa 1875.

Many Caucasian rugs are replete with an “S” motif that we believe was based on the Zoastrian symbol of the life-giving force of the sun. The sun also depicted the inner light that one may become receptive to through spiritual growth.

The weavers also found a particular resonance with the “Wheel of Life” design, which for them represented the ever-changing, yet cyclical nature of life. This ancient mandala symbolized that life events and the struggles that they result in are gifts that, if embraced, could help one gain the strength to deal appropriately with any situation.

One aspect I have heard in every conversation with a tribal elder is that almost every in thing tribal rug design was created for a purpose and was meaningful, both in itself and in relationship to the rug as a whole. In subsequent articles, I will discuss other Caucasian rug symbols as an expression of the culture and philosophy of the weavers.

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(Original Text)

Seit ich noch im Teenager-Alter meinen ersten Orientteppich kaufte und dann vor über drei Jahrzehnten mit 25 Jahren meine eigene Firma gründete, habe ich mich als Sammler, Kunsthändler und in meiner Eigenschaft als Liebhaber schöner Dinge mit antiken Teppichen beschäftigt. Im Laufe der Jahre haben kaukasische Teppiche sich einen festen Platz in meinem Herzen und meinem Bewusstsein erobert.

Ian Bennett unterschied in seinem 1981 erschienenen Buch „Oriental Rugs: Caucasian“ 85 Untergruppen kaukasischer Knüpfteppiche, deren gemeinsamer Nenner die symbolischen Motive sind, die von den Knüpferinnen (der Großteil der Arbeit wurde von Frauen ausgeführt) in ihre Teppichmuster eingearbeitet wurden. Ich werde in den nächsten Ausgaben versuchen, Ihnen Einblicke in die Bedeutung zu geben, die einige dieser unterschiedlichen Symbole für ihre Produzentinnen gehabt haben mögen.

Aufgrund vieler Gespräche, die ich in den vergangenen Jahrzehnten mit älteren Stammesangehörigen führen durfte, die Nachfahren dieser Knüpferinnen waren, habe ich das Gefühl, einiges zu diesem Thema beitragen zu können.

Ich fühle mich dazu insbesondere ermutigt, nachdem die hier vorgelegten Interpretationen von jeweils mehreren Gesprächspartnern bestätigt wurden und außerdem durch eigene Kenntnisse gestützt werden, die ich über die Weltsicht der Stämme im Kaukasus und in Persien besitze. Die Knüpfteppiche im Kaukasusgebirge lebten – ob nun bei nomadischer oder bei sesshafter agrarischer Lebensweise – unter extrem widrigen Bedingungen.

Meines Erachtens trug dies zu ihrer zutiefst spirituellen Haltung bei. Sie schätzten alles hoch, was für sie Lebensgrundlage war, und betrachteten es als heilig. Ein häufig wiederholtes Motiv ist das „Fließende Wasser“. Es steht für die Vorstellung von Wasser als einer kostbaren Substanz, die das Leben erhält und ihm Nahrung gibt. Fließendes Wasser ist zudem ein Symbol für die Möglichkeit der inneren Reinigung.

In vielen kaukasischen Teppichen findet sich an zahlreichen Stellen ein „S“-Motiv, das unserer Ansicht nach dem zoroastrischen Symbol für die Leben spendende Kraft der Sonne nachgebildet ist. Das Sonnensymbol repräsentiert darüber hinaus das innere Licht, für das der Einzelne durch spirituelles Wachstum empfänglich werden kann. Besonders angesprochen fühlten die Knüpferinnen sich durch das Muster des „Rades des Lebens“, das für sie den ewigen, aber dennoch zyklischen Wandel des Lebens verkörperte.

Dieses uralte Mandala steht symbolisch dafür, dass Lebensereignisse und die Kämpfe, zu denen sie führen, Geschenke sind, die, wenn sie angenommen werden, dem Menschen die Kraft verleihen können, mit jeder Situation richtig umzugehen.

Ein in jedem Gespräch mit einem Stammesälteren auftauchender Satz war der, dass fast jedes Detail im Muster eines Stammesteppichs aus einem bestimmten Grund geschaffen wird und eine Bedeutung sowohl für sich genommen als auch für den Teppich als Ganzes besitzt. In den kommenden Artikeln zu diesem Thema werde ich auf weitere Symbole in kaukasischen Teppichen als Ausdruck der Kultur und Lebensphilosophie ihrer Knüpfer eingehen.